FORUM EHRENAMT 12. Juli 2014

im Gemeindezentrum Stuttgart-Rohr

 

Bericht

Am 12. Juli 2014 hatte der Landeskirchliche Arbeitskreis Ehrenamt zum 7. Forum Ehrenamt mit dem Thema „Vielfalt – Verschiedenheit – Verantwortung – Engagement aus der Kraft des Glaubens“ nach Stuttgart eingeladen.

 

Über 60 Personen aus Kirchengemeinden, kirchlichen Werken und diakonischen Einrichtungen konnte Heidi Fritz, Sprecherin des LAK Ehrenamt, im Gemeindezentrum in Stuttgart-Rohr begrüßen.

 

 

Oberkirchenrat Prof. Dr. Ulrich Heckel betonte in seinem Grußwort das Engagement aus dem Glauben als Alleinstellungsmerkmal des kirchlichen Ehrenamtes. Durch unterschiedliche Begabungen, theologische Erkenntnisse und verschiedene Sichtweisen hindurch soll das Evangelium zum Leuchten gebracht werden. Dazu dient der Dienst von Ehren- und Hauptamtlichen, angefangen von den Kirchengemeinderatsgremien bis hin zur Landessynode. Menschen mit ihren verschiedenen Begabungen sind unersetzbar in der kirchlichen Arbeit, weil durch sie Begleitung, Wachstum und Segen möglich und sichtbar werden. Nicht zuletzt werden wir so als Gemeinschaft stark und klug.

Im Mittelpunkt des Programms stand das Referat von Oberkirchenrätin Cornelia Coenen-Marx, die Hans-Martin Härter, zuständig für die Kirchengemeinderatsarbeit in der Abteilung Gemeindeentwicklung und Gottesdienst im Evang. Bildungszentrum, herzlich begrüßen konnte. Er würdigte das Engagement von Frau Coenen-Marx auf verschiedenen Ebenen. Ihre Anstöße befördern die Diskussionen um das Ehrenamt und machen seine Bedeutung auf Bundesebene sichtbar.

 

 

Frau Coenen-Marx entfaltete das Thema anhand von sieben Punkten. Ausgehend von der Wiederentdeckung des alten Begriffs der „Berufung“ ging sie den Erfahrungen der Abspaltung von professionellem Tun und der inneren Beteiligung nach. Fachwissen, Professionalität, Effizienz und Effektivität stehen im Gegensatz zu Lebenserfahrung und innerer Beteiligung. Das Leben zerfällt in Projekte, Jobs und Lebensabschnitte. Viele Menschen in unserer Gesellschaft möchten entdecken,  worin ihre wirkliche Berufung liegt. Die Kirche ist ein Raum, in dem die Welterfahrungen geistlich reflektiert werden können. In den weiteren Punkten ging sie auf die Wurzeln des Ehrenamtes ein und erzählte von ihren persönlichen Erfahrungen im Gemeindepfarramt. Ehrenamtliche haben die Not im Stadtteil gesehen, eine Kleiderkammer eingerichtet und durch eine Tasse Kaffee, neue Kleider und Gespräche auf Augenhöhe Menschen ihre Würde zurückgegeben. Ehrenamt ermöglicht es, Antworten auf die Frage zu finden: „Wie wird mein Leben sinnvoll?“ Die Kraft des Glaubens ist der Triebmotor für viele Prozesse. Ehrenamt ist Ausdruck des Glaubens an Jesus Christus und wird dadurch zum Kitt in unserer Gesellschaft. Viele Reformprozesse sind aus diesem Engagement heraus entstanden.

 

Im weiteren Verlauf des Programms wurden verschiedene Projekte vorgestellt. Beginnend mit der Vorstellung des Projektes „Ehrenamt fördern mit System“ konnten die Teilnehmenden viele Ideen aus den Berichten mitnehmen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus einer Kirchengemeinde berichteten von den Chancen und ihren Erfahrungen als Ehrenamtliche in einem Gemeindefusionsprozess. In einer Gemeinde wurde ein Gabenentdeckerkurs angeboten und eine Ehrenamtsbeauftragte eingesetzt, deren Aufgabe es ist, Ehrenamtliche zu begleiten und zu schauen, dass sie gute Rahmenbedingungen haben. Ein Konzept für eine familienfreundliche Gemeinde und die Zusammenarbeit mit dem Kindergarten wurden vorgestellt. Besonders eindrücklich war die Präsentation eines Flyers in einfacher Sprache, der auch von Familien verstanden werden kann, die nur über wenige Deutschkenntnisse verfügen. Eine Ehrenamtskoordinatorin aus einer diakonischen Einrichtung berichtete von ihren Erfahrungen.

 

Im letzten Teil des Programms nahm Prof. Dr. Paul-Stefan Roß aus Sicht des bürgerschaftlichen Engagements in einem Fachkommentar Stellung zu seinen Beobachtungen des kirchlichen Feldes. Er betonte die Chance des Wandlungsprozesses vom Schubladendenken zur Vielfaltskultur. Entscheidend sei der Schritt weg vom „Wir und die da!“. Wir reden viel zu wenig miteinander, als übereinander. Wo eine neue Kommunikationskultur entsteht, wird man entdecken, dass die Sehnsucht nach einer gelingenden humanen Gesellschaft uns mehr verbindet, als oft gedacht. Er regte an, auch nicht mehr von Kirche und Diakonie zu reden, sondern von der einen Kirche mit ihren verschiedenen Äußerungen. Kirche ist Engagementheimat. Sie braucht manchmal die Fremdprophetie, um wieder an das Fundament erinnert zu werden. Sie sollte schnell sein, Menschen willkommen zu heißen.

 

 

Ein Perspektivendialog mit Vertreterinnen und Vertretern aus verschiedenen Bereichen unserer Landeskirche bündelte die Erfahrungen und unterstrich viele Aussagen des dichten Programms. In seinem Schlusswort betonte Dr. Günther Banzhaf, Abteilungsleiter im Diakonischen Werk Württemberg für den Bereich Diakonie im Landkreis,  dass Ehrenamt kein Selbstläufer ist, sondern Struktur und Begleitung braucht.

 

 

Alma Ulmer

 

Vortrag von Frau Coenen-Marx

"Im Widerstreit der Meinungen"

vom 12. Juli 2014 beim Forum Ehrenamt

Forum Ehrenamt

Vielfalt - Verschiedenheit - Verantwortung

Engagement aus der Kraft des Glaubens

 

Samstag, 12. Juli 2014, 9.00 - 15.00 Uhr

 

Wo: Evangelisches Gemeindezentrum Stuttgart-Rohr, Reinbeckstr. 8

Kosten: 20,00 € für Tagung und Verpflegung (wird am Beginn der Tagung kassiert).

Anmeldung: bis 29. Juni 2014

 

Evangelisches Bildungszentrum Haus Birkach

Grüninger Str. 25, 70599 Stuttgart

Angelika Reißing

Tel. 0711-45804-9421, Fax. 0711-45804-9434

Angelika.Reissingdontospamme@gowaway.elk-wue.de

 

Flyer

Rückblick Forum Ehrenamt

Ein Bericht über das Forum von Frau Alma Ulmer mit dem Schwerpunktthema "Leitungsaufgabe Ehrenamt" können Sie herunterladen.

  

Folgender Vortrag von Frau Prof. Dr. Hofmann von der Evangelischen Hochschule Nürnberg kann heruntergeladen werden:

  

Freiwilliges Engagement in Kirche und Diakonie aus der Milieuperspektive

(Präsentation)